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· 29 Min.

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Hohe Zinsen bei Immobilien: Wen es hart trifft und wen kaum

Hohe Zinsen treffen vor allem Kreditnehmer mit variabler Finanzierung, Eigentümer, die jetzt eine Anschlussfinanzierung brauchen und wenig getilgt haben, und Projektentwickler, die zu teuer kalkuliert haben. Kapitalanleger trifft es weniger hart, weil sie die Kreditzinsen als Werbungskosten von den Mieteinnahmen abziehen können. Christian Wegert und Fabian Hafke erklären außerdem, warum eine hohe Durchschnittsrendite täuschen kann.

Das Wichtigste aus der Folge

  • Zinsen sind für Anleger absetzbar: Wer vermietet, zieht Kreditzinsen, Abschreibung und andere Werbungskosten von den Mieteinnahmen ab. Versteuert wird nur der Überschuss. Mit einem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung muss man die Steuerersparnis nicht bis zur Steuererklärung vorstrecken.

  • Die Durchschnittsrendite täuscht: Plus 40 und minus 20 Prozent ergeben im Schnitt 10 Prozent pro Jahr, das Geld wächst aber nur um rund 5,8 Prozent jährlich. Im Beispiel der Folge liegt eine Anlage mit gleichmäßig 8 Prozent nach 20 Jahren gut 150.000 Euro vorn (Start mit 100.000 Euro).

  • Hohe Zinsen bremsen die Preise: Steigt die Rate, können sich weniger Menschen eine Immobilie leisten. Bei niedrigen Zinsen steigen die Preise laut Fabian deutlich schneller, bei hohen wird wichtiger, wo und was man kauft. Zur Einordnung: 2023 sanken die Preise für Wohnimmobilien laut Statistischem Bundesamt um 8,4 Prozent, im 2. Quartal 2026 lagen sie 0,6 Prozent über dem Vorjahresquartal.

  • Die Bank prüft genauer: Je höher die Rate, desto überzeugender musst du zeigen, dass du sie tragen kannst. Die Bank bewertet auch die Immobilie: Ist der Preis beim aktuellen Zins nicht gerechtfertigt, wirkt sich das auf die Finanzierung aus.

  • Hart getroffen: variable Kredite und Anschlussfinanzierung: Bei variabler Finanzierung steigt die Rate sofort mit, 2022 und 2023 hat das laut Fabian viele Projektentwickler und Bauträger getroffen. Wer jetzt eine Anschlussfinanzierung braucht und wenig getilgt hat, zahlt deutlich mehr, im Beispiel der Folge 2.000 bis 2.500 statt 1.000 Euro im Monat.

  • Die Hausbank ist nicht automatisch am günstigsten: Ein Vergleich lohnt sich fast immer. Regionale Banken kennen den Markt, manche Finanzierer sind auf Kapitalanlagen spezialisiert und finanzieren überregional.

Kapitel

  1. 0:00

    Muss man Mieteinnahmen voll versteuern?

    Ein Instagram-Nutzer hat eine Beispielrechnung aus einem unserer Kurzvideos angezweifelt: Mieteinnahmen müsse man voll versteuern. Das stimmt nicht, versteuert wird der Überschuss nach Kreditzinsen, Werbungskosten und Abschreibung. Eine Beispielrechnung zeigt das Schema, nicht jeden Einzelfall.

  2. 3:21

    Warum täuscht die Durchschnittsrendite?

    Plus 40 und minus 20 Prozent ergeben im Schnitt 10 Prozent, das Geld wächst aber nur um rund 5,8 Prozent pro Jahr. Eine Anlage mit gleichmäßig 8 Prozent liegt im Beispiel nach 20 Jahren gut 150.000 Euro vorn. Entscheidend ist, was absolut auf dem Konto ankommt.

  3. 6:12

    Warum sind hohe Zinsen für Kapitalanleger weniger schlimm?

    Kapitalanleger können die Zinsen steuerlich absetzen, die tatsächliche Belastung liegt also unter dem gezahlten Zins. Bei hohen Zinsen sinkt die Nachfrage, das schafft Spielraum beim Kaufpreis. Dafür werden Bonität, Lage und ein fairer Preis wichtiger.

  4. 17:32

    Wen treffen hohe Zinsen besonders hart?

    Wer variabel finanziert, spürt jeden Zinsanstieg sofort. Bei der Anschlussfinanzierung kann sich die Rate deutlich erhöhen, wenn wenig getilgt wurde. Projektentwickler, die mit 40 bis 50 Prozent Aufschlag verkaufen wollen, werden ihre Wohnungen laut Fabian kaum los.

  5. 23:31

    Warum legt der Hausarzt plötzlich einen Einjahresvertrag vor?

    Christians Hausarzt begründet den Patientenvertrag mit Kürzungen durch die Reformen der Bundesregierung und einem drohenden Praxissterben. Eine Bindung von mindestens einem Jahr kennt das Gesetz bei der freiwilligen hausarztzentrierten Versorgung (§ 73b SGB V). Christian hat unterschrieben, weil ihn der Beratungsansatz seines Arztes überzeugt.

Worum es in der Folge geht

Hohe Zinsen treffen nicht alle gleich: Wer variabel finanziert hat oder jetzt eine Anschlussfinanzierung braucht, spürt sie hart, Kapitalanleger können die Kreditzinsen dagegen als Werbungskosten von den Mieteinnahmen abziehen. Christian Wegert und Fabian Hafke von HH-Anlagekonzepte erklären, wie Zinsen die Immobilienpreise bewegen, warum Bonität und Lage wichtiger werden, ob die Hausbank wirklich den besten Zins bietet und warum Projektentwickler mit überzogenen Preisen jetzt Probleme bekommen. Vorher geht es um die Frage, ob man Mieteinnahmen voll versteuern muss, und um den Volatility Drag: Warum eine Anlage mit gleichmäßig 8 Prozent nach 20 Jahren gut 150.000 Euro mehr bringen kann als eine mit 10 Prozent Durchschnittsrendite. Zum Schluss legt Christians Hausarzt ihm plötzlich einen Einjahresvertrag vor.

Begriffe aus der Folge

Kurz erklärt in unserem Glossar, falls du tiefer einsteigen willst.

Die Folge als Video

Lieber sehen als hören? Das Gespräch gibt es in voller Länge auf YouTube.

Videovorschau: Mehr Geld, Folge 7: Hohe Zinsen bei Immobilien: Wen es hart trifft und wen kaum

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Fragen zur Folge

Muss man Mieteinnahmen voll versteuern?

Nein. Versteuert wird nur der Überschuss: Von den Mieteinnahmen gehen Werbungskosten ab, etwa Kreditzinsen, Abschreibung und Verwaltungskosten bis hin zum Porto. Die Tilgung gehört nicht dazu.

Wen treffen hohe Zinsen am stärksten?

Laut Fabian Hafke vor allem Kreditnehmer mit variabler Finanzierung, Eigentümer, die jetzt eine Anschlussfinanzierung brauchen und wenig getilgt haben, sowie Projektentwickler und Bauträger mit kurzfristigen Krediten und zu hohen Verkaufspreisen.

Was ist Volatility Drag?

Der Effekt, dass Schwankungen die tatsächliche Rendite unter den Durchschnitt drücken. Nach plus 40 und minus 20 Prozent hat man 12 Prozent verdient, also rund 5,8 Prozent pro Jahr statt der rechnerischen 10 Prozent.

Bietet die Hausbank den besten Zins?

Nicht automatisch. Manche Banken haben gute Kontingente für Bestandskunden, ein Vergleich lohnt sich aber fast immer. Für Kapitalanlagen gibt es Finanzierer, die überregional finanzieren.

Quellen und Links zur Folge

Stand der Angaben:

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