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· 29 Min.

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Bestandsimmobilie oder Neubau? Warum wir auf Bestand setzen

Christian Wegert und Fabian Hafke setzen bei Kapitalanlage-Immobilien auf vermietete Bestandswohnungen: Miete und Mieter sind bekannt, die Wohnung steht sofort zur Verfügung, und am selben Standort ist Neubau meist deutlich teurer. Dahinter steht der Wohnungsmangel: Gebraucht werden laut BBSR rund 320.000 neue Wohnungen pro Jahr, gebaut wurden 2025 nur 206.600, und von der Genehmigung bis zur fertigen Wohnung vergehen 27 Monate. Außerdem in der Folge: das erste große Mehr-Geld-Quiz zu Mieten in Berlin, Leipzig, München und Duisburg.

Das Wichtigste aus der Folge

  • Es wird viel weniger gebaut als gebraucht: Das BBSR schätzt den Bedarf bis 2030 auf rund 320.000 neue Wohnungen pro Jahr. Fertiggestellt wurden 2025 laut Statistischem Bundesamt 206.600, der niedrigste Wert seit 2012. Das Ziel der Ampel-Regierung von 400.000 Wohnungen pro Jahr, davon 100.000 öffentlich gefördert, wurde in keinem Jahr erreicht.

  • Bauen dauert länger als früher: Von der Genehmigung bis zur Fertigstellung eines Wohngebäudes vergingen 2025 im Schnitt 27 Monate, 2020 waren es 20. Ende 2025 waren 760.700 Wohnungen genehmigt, aber noch nicht fertig, davon 307.200 bereits im Bau. Der Bau-Turbo (§ 246e BauGB) gilt seit dem 30. Oktober 2025 und soll Genehmigungen beschleunigen.

  • Eine vermietete Bestandswohnung ist kalkulierbarer: Bei einer vermieteten Bestandswohnung kennst du Miete und Mieter und kannst sie mit vergleichbaren Wohnungen in der Straße abgleichen. Beim Neubau trägst du bis zur Übergabe das Risiko von Bauverzug, höheren Baukosten oder einer Insolvenz des Bauträgers. Das ist die Sicht der Hosts, Neubau hat dafür andere Vorteile wie die degressive Abschreibung.

  • Neubau ist meist deutlich teurer: Laut Postbank Wohnatlas 2026 lagen die Angebotspreise in Hamburg im oberen Preissegment, also bei den teuersten zehn Prozent der Angebote 2025, bei 13.750 Euro pro Quadratmeter für Neubau und 9.917 Euro für Bestand, ein Unterschied von rund 3.800 Euro. Für eine Komplettsanierung nennen die Hosts als Erfahrungswert 750 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter. Steuerlich wichtig ist dabei die 15-Prozent-Grenze für anschaffungsnahe Herstellungskosten in den ersten drei Jahren nach dem Kauf.

  • Angebotsmieten sind stark gestiegen: In den fünf Jahren bis Mitte 2025 stiegen die Angebotsmieten laut JLL in Berlin um 49,9 Prozent und in Leipzig um 46,8 Prozent, zuletzt hat sich das Wachstum abgeschwächt. In München lag die Angebotsmiete laut immowelt im zweiten Quartal 2026 bei 21,44 Euro pro Quadratmeter: Für 75 Quadratmeter sind das 218 Euro mehr im Monat als drei Jahre zuvor.

  • Keine Geldanlage ist kostenlos: Auch Anbieter, die mit kostenlosem Handel werben, verdienen Geld, sagen die Hosts, und HH-Anlagekonzepte verdient an der Vermittlung ebenfalls. Beim neuen Altersvorsorgedepot, das ab dem 1. Januar 2027 angeboten wird, sind die Kosten nur beim Standarddepot gesetzlich auf 1 Prozent gedeckelt (Altersvorsorgereformgesetz). Bei anderen Depots lohnt der Blick auf die Kosten.

Kapitel

  1. 0:00

    Was hat eine Bahnstrecke bis 2050 mit dem Wohnungsbau zu tun?

    Die Neubaustrecke Hamburg-Hannover mit 109 Kilometern soll laut Planung 2050 fertig sein und die Fahrzeit um 18 Minuten verkürzen. Für die Hosts ein Sinnbild dafür, wie langsam in Deutschland gebaut wird, auch bei Wohnungen.

  2. 2:25

    Warum setzen die Hosts auf Bestandswohnungen?

    Gebraucht werden laut BBSR rund 320.000 neue Wohnungen pro Jahr, gebaut wurden 2025 nur 206.600. Bestehende Wohnungen werden deshalb weiter gebraucht. Eine Bestandswohnung kaufst du meist günstiger als einen Neubau am selben Standort, für eine Komplettsanierung nennen die Hosts 750 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter als Erfahrungswert.

  3. 6:49

    Wie lange dauert es von der Genehmigung bis zur fertigen Wohnung?

    2025 im Schnitt 27 Monate, 2020 waren es noch 20 Monate (Statistisches Bundesamt). Ende 2025 waren 760.700 Wohnungen genehmigt, aber nicht fertig. Der Bau-Turbo gilt seit dem 30. Oktober 2025 und soll Genehmigungen beschleunigen.

  4. 11:29

    Was unterscheidet Bestand und Neubau beim Kauf?

    Bei einer vermieteten Bestandswohnung sind Miete und Mieter bekannt. In Hamburg kosteten Neubauwohnungen im oberen Preissegment rund 3.800 Euro pro Quadratmeter mehr als Bestand (Postbank Wohnatlas 2026). Die Angebotsmieten in den Großstädten sind seit 2023 deutlich schneller gestiegen als die Reallöhne.

  5. 16:00

    Wo sind die Mieten am stärksten gestiegen?

    Im großen Mehr-Geld-Quiz: In Berlin stiegen die Angebotsmieten in fünf Jahren bis 2025 um knapp 50 Prozent, in Leipzig um knapp 47 Prozent (JLL). In München lag die Angebotsmiete 2026 bei 21,44 Euro pro Quadratmeter, in Duisburg bei 7,50 Euro (immowelt).

  6. 22:02

    Warum ist keine Geldanlage kostenlos?

    Jede Dienstleistung kostet, auch wenn ein Angebot kostenlos wirkt. Beim Altersvorsorgedepot ab 2027 ist nur das Standarddepot auf 1 Prozent Kosten gedeckelt. Das Fazit der Folge: Neubau ist Silber, Bestand ist Gold.

Worum es in der Folge geht

Neubau ist Silber, Bestand ist Gold: Christian Wegert und Fabian Hafke von HH-Anlagekonzepte erklären, warum sie bei Kapitalanlage-Immobilien auf vermietete Bestandswohnungen setzen. Gebraucht werden laut BBSR rund 320.000 neue Wohnungen pro Jahr, gebaut wurden 2025 nur 206.600, und von der Genehmigung bis zur fertigen Wohnung vergehen inzwischen 27 Monate. Was heißt das für Mieten und Kaufpreise? Die beiden vergleichen Bestand und Neubau in Hamburg, nennen ihren Erfahrungswert für eine Komplettsanierung und erklären, warum eine vermietete Bestandswohnung kalkulierbarer ist als ein Neubau. Dazu das erste große Mehr-Geld-Quiz: Wo sind die Mieten in fünf Jahren am stärksten gestiegen, in München, Hamburg oder Berlin? Außerdem: ein Krankenversicherer, der 2026 noch faxt, warum keine Geldanlage kostenlos ist und worauf du beim neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 bei den Kosten achten solltest.

Begriffe aus der Folge

Kurz erklärt in unserem Glossar, falls du tiefer einsteigen willst.

BestandsimmobilieEine Bestandsimmobilie ist ein Haus oder eine Wohnung, die bereits fertiggestellt ist und schon bewohnt oder vermietet war, im Unterschied zum Neubau, den der Käufer als Erster nutzt. Für Kapitalanleger zählt vor allem: Bei einer vermieteten Bestandswohnung sind Miete und Mieter bekannt, die Wohnung ist sofort nutzbar und der Kaufpreis liegt am selben Standort oft unter dem eines Neubaus. Dafür kann Sanierungsbedarf anfallen, und die Abschreibung ist meist niedriger.Anschaffungsnahe HerstellungskostenAnschaffungsnahe Herstellungskosten sind Kosten für Instandsetzung und Modernisierung, die in den ersten drei Jahren nach dem Kauf eines Gebäudes anfallen und ohne Umsatzsteuer mehr als 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes betragen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG). Dann kann der Vermieter sie nicht sofort als Werbungskosten abziehen, sondern nur über die Abschreibung verteilt über viele Jahre. Wer eine Bestandswohnung kauft und saniert, sollte die Grenze vorher kennen.Bau-TurboDer Bau-Turbo ist eine befristete Sonderregel im Baugesetzbuch (§ 246e BauGB), die seit dem 30. Oktober 2025 gilt. Stimmt die Gemeinde zu, dürfen Wohnungsbauvorhaben vom Bebauungsplan und von anderen Vorschriften des Baugesetzbuchs abweichen. Das soll Verfahren abkürzen, wenn sonst erst ein Bebauungsplan aufgestellt oder geändert werden müsste. Nutzen lässt sich die Regel bis Ende 2030.AltersvorsorgedepotDas Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Depot für die private Altersvorsorge, das ab dem 1. Januar 2027 die Riester-Rente für Neuabschlüsse ablöst. Du sparst darin in Fonds und ETFs statt in klassischen Versicherungsprodukten und erhältst auf deine Einzahlungen eine Zulage von bis zu 540 Euro im Jahr.

Die Folge als Video

Lieber sehen als hören? Das Gespräch gibt es in voller Länge auf YouTube.

Videovorschau: Mehr Geld, Folge 9: Bestandsimmobilie oder Neubau? Warum wir auf Bestand setzen

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Fragen zur Folge

Was ist besser als Kapitalanlage, Neubau oder Bestand?

Das hängt vom Einzelfall ab. Die Hosts bevorzugen vermietete Bestandswohnungen, weil Miete und Zustand bekannt sind und der Preis am selben Standort meist unter dem Neubau liegt. Neubau bietet dafür weniger Sanierungsbedarf und, bei Baubeginn zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 30. September 2029, die degressive Abschreibung von 5 Prozent (§ 7 Abs. 5a EStG).

Wie viele Wohnungen fehlen in Deutschland?

Das BBSR schätzt den Bedarf bis 2030 auf rund 320.000 neue Wohnungen pro Jahr. 2025 wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt.

Was kostet eine Komplettsanierung pro Quadratmeter?

Die Hosts nennen als Erfahrungswert 750 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter, es kann auch deutlich mehr werden. Steuerlich gilt: Übersteigen die Kosten in den ersten drei Jahren nach dem Kauf ohne Umsatzsteuer 15 Prozent der Gebäude-Anschaffungskosten, werden sie über die Abschreibung verteilt.

Wie lange dauert es, bis eine genehmigte Wohnung fertig ist?

Bei den 2025 fertiggestellten Wohngebäuden im Schnitt 27 Monate, 2020 waren es 20 Monate (Statistisches Bundesamt).

Quellen und Links zur Folge

Stand der Angaben:

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