Altersvorsorgedepot 2027: Förderung, Rechner & Chancen

Altersvorsorgedepot 2027 einfach erklärt: Berechne Förderung, Sparrate und mögliches ETF-Endkapital. Erfahre, wann 150 € monatlich reichen und was für Angestellte und Selbstständige wichtig ist.

Kurzüberblick

Das Altersvorsorgedepot soll ab 2027 die Riester-Rente für Neuabschlüsse ablösen und staatlich gefördertes ETF-Sparen deutlich einfacher machen. Nach aktuellem Reformstand bekommst du für die ersten 360 € Eigenbeitrag 50 Cent Zuschuss pro Euro und für weitere Beiträge bis 1.800 € pro Jahr 25 Cent pro Euro. Damit sind bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr möglich. Familien können zusätzlich bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind erhalten. In diesem Artikel erfährst du, wie die Förderung funktioniert, wie viel du monatlich einzahlen musst, für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt und welche Risiken du kennen solltest.

Inhaltsverzeichnis

  • Altersvorsorgedepot 2027: Das Wichtigste vorab
  • Altersvorsorgedepot-Rechner
  • Wie viel muss ich monatlich einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen?
  • Grundlagen & Hintergrundwissen: Was ist das Altersvorsorgedepot?
  • Wie funktioniert die Förderung im Altersvorsorgedepot?
  • Vorteile & Chancen des Altersvorsorgedepots
  • Vorteile für Angestellte
  • Vorteile für Selbstständige
  • Praxisbeispiel: So wirkt die Förderung in der Praxis
  • Auszahlung und Vererbung: Wie kommst du später an dein Geld?
  • Risiken und Grenzen des Altersvorsorgedepots
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was ist jetzt zu tun?
  • Fazit
  • FAQ

Altersvorsorgedepot 2027: Das Wichtigste vorab

Die private Altersvorsorge in Deutschland steht vor einem Neustart: Die Riester-Rente steht seit Jahren in der Kritik, weil viele Verträge als zu kompliziert, zu teuer und zu renditeschwach gelten. Deshalb soll sie für Neuabschlüsse durch ein moderneres System ersetzt werden. Kernstück dieser Reform ist das neue Altersvorsorgedepot, ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot, das speziell für deine Altersvorsorge gedacht ist.

Damit wird etwas möglich, worauf viele seit Jahren warten: gefördertes ETF-Sparen mit klarer, prozentualer Förderung statt komplizierter Zulagen und Bürokratie. Spannend ist das nicht nur für klassische Angestellte mit gesetzlicher Rente, sondern auch für Selbstständige, die bisher oft komplett auf eigene Faust vorsorgen mussten. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie das Altersvorsorgedepot funktioniert, was geplant ist, welche Vorteile es bietet und wo die Fallstricke bei Kosten, Produkten und Risiko liegen.

Altersvorsorgedepot-Rechner

Das Altersvorsorgedepot soll ab dem 1. Januar 2027 die Riester-Rente für Neuabschlüsse ablösen. Mit unserem Rechner siehst du, wie sich Eigenbeitrag, staatliche Zulagen und Zinseszins langfristig auf dein mögliches ETF-Depot auswirken können.

Dein Sparplan
150 €
10 €570 €
35
67
7,0 %
Abzüglich pauschal 0,30 % Kosten p.a.
Förderung
Kindergeldberechtigte Kinder
Grenzsteuersatz (vereinfachte Günstigerprüfung)
Reguläre Jahres-Förderung: 540 € · Eigenbeitrag: 1.800 €
Dein mögliches Endkapital mit AVD
248.984 €
32 Jahre Ansparphase · Bruttowert vor Besteuerung in der Auszahlungsphase
Eigenbeitrag57.600 €
Zulagen17.280 €
Zinseszins174.104 €
Vorteil vor Steuern ggü. ETF-Depot
+51.748 €
durch direkte Zulagen bei gleicher angenommener Nettorendite
AVD248.984 €
Normales Depot197.236 €
Mtl. Auszahlplan
~ 1.417 €
bis Alter 85, brutto
Mtl. Leibrente
~ 622 €
lebenslang, brutto
Direkte Förderquote
30,0 %
Zulagen ÷ Eigenbeitrag
Live-Förderrechnung
Eigenbeitrag p.a.1.800 €
Davon förderfähig1.800 €
Ungeförderter Anteil0 €
Grundzulage Stufe 1 (50 % bis 360 €)180 €
Grundzulage Stufe 2 (25 % bis 1.800 €)360 €
Kinderzulage0 €
Berufseinsteiger-Bonus (nur 1. Jahr)0 €
Reguläre Zulagen p.a.540 €
Vereinfachte Günstigerprüfung
Sonderausgaben-Basis2.340 €
Möglicher Steuerbonus p.a.209 €
Der Steuerbonus wird nicht automatisch ins Depot reinvestiert und ist deshalb nicht im Endkapital enthalten.
Was der Rechner berücksichtigt
Monatliche Sparrate wird monatlich investiert und verzinst.
Direkte Zulagen werden einmal jährlich im Modell dem Depot gutgeschrieben.
Kinderzulage wird pro Kind berechnet, nicht insgesamt gedeckelt.
Vergleich zum normalen ETF-Depot ist ein Bruttovergleich vor individueller Besteuerung.
Pauschale Kostenannahme: 0,30 % p.a. werden von der Rendite abgezogen.
Eckpunkte nach aktuellem Reformstand
Geplanter Start: 1. Januar 2027
Maximal 6.840 € Einzahlung p.a., davon bis 1.800 € direkt förderfähig
Keine laufende Besteuerung von Erträgen in der Ansparphase
Leistungen werden in der Auszahlungsphase nachgelagert besteuert
* Unverbindliche Modellrechnung nach aktuellem Reformstand. Der Bundestag hat die Reform beschlossen, die finale Ausgestaltung kann sich noch ändern. Tatsächliche Wertentwicklung, Produktkosten, steuerliche Behandlung und Anbieterbedingungen können abweichen. Rentenbeträge sind Schätzwerte und hängen von Anbieter, Rentenfaktor und Kapitalmarkt ab. Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Wie viel muss ich monatlich einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen?

Für die volle reguläre Grundförderung im Altersvorsorgedepot brauchst du nach aktuellem Reformstand 150 € monatlich. Das entspricht 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr und führt zur maximalen Grundzulage von 540 € jährlich.

Die Förderung funktioniert in zwei Stufen: Auf die ersten 360 € Eigenbeitrag pro Jahr gibt es eine Förderung von 50 Cent pro eingezahltem Euro. Dadurch entstehen bis zu 180 € Zulage. Für weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 € pro Jahr gibt es 25 Cent pro Euro. So kommen maximal 540 € Grundzulage zusammen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen maximaler Förderung und maximaler Einzahlung: Du kannst bis zu 6.840 € pro Jahr einzahlen, also 570 € monatlich. Die direkte Grundzulage steigt aber ab 150 € monatlich nicht weiter.

Grundlagen & Hintergrundwissen: Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein spezielles Depot für deine private Altersvorsorge, das durch den Staat gefördert wird. Im Gegensatz zu vielen früheren Produkten fließt dein Geld hier nicht in undurchsichtige Produkte, wo selbst Experten teilweise nicht durchsteigen, die Anlage soll in der Regel in Fonds und ETFs erfolgen. Du investierst also direkt am Kapitalmarkt, um langfristig vom Wachstum der Weltwirtschaft zu profitieren.

Ziel der Reform ist es, die private Altersvorsorge gleichzeitig einfacher, renditestärker und breiter zugänglich zu machen. Statt der bisherigen Riester-Förderlogik soll das Altersvorsorgedepot stärker auf transparente prozentuale Zuschüsse setzen. Die Grundzulage richtet sich künftig direkt nach deinem eingezahlten Eigenbeitrag. Zusätzlich können Kinderzulagen, ein möglicher Steuervorteil und ein einmaliger Berufseinsteigerbonus hinzukommen. Je konsequenter du einzahlst und je länger dein Geld investiert bleibt, desto stärker wirken Förderung und Zinseszinseffekt zusammen. Die Kinderförderung soll stand jetzt trotzdem weiterhin Bestand haben.

Wie funktioniert die Förderung im Altersvorsorgedepot?

Die Förderung im Altersvorsorgedepot soll einfacher und transparenter funktionieren als bei vielen bisherigen Altersvorsorgeprodukten. Du zahlst eigenes Geld ein und der Staat legt abhängig von deinem Eigenbeitrag einen Zuschuss dazu.

Die Grundzulage funktioniert nach aktuellem Reformstand in zwei Stufen: Für die ersten 360 € Eigenbeitrag pro Jahr erhältst du 50 Cent Zulage pro eingezahltem Euro. Dadurch entstehen maximal 180 € Zulage in der ersten Förderstufe.

Für weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr erhältst du 25 Cent Zulage pro Euro. Dadurch steigt die reguläre Grundzulage auf maximal 540 € pro Jahr.

Zusätzlich kann es für Familien eine Kinderzulage geben. Pro kindergeldberechtigtem Kind sind bis zu 300 € Kinderzulage pro Jahr möglich. Die volle Kinderzulage wird bereits bei 300 € Eigenbeitrag pro Jahr erreicht.

Außerdem kann über die Steuererklärung ein zusätzlicher Vorteil entstehen. Im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung wird vereinfacht geprüft, ob der Sonderausgabenabzug steuerlich günstiger ist als die bereits gewährten Zulagen. Dieser mögliche Vorteil hängt von deinem Einkommen, deinem persönlichen Steuersatz und deiner individuellen steuerlichen Situation ab.

Wichtig ist: Die maximale direkte Grundförderung ist bei 150 € monatlich erreicht. Du kannst zwar bis zu 570 € monatlich beziehungsweise 6.840 € pro Jahr einzahlen, aber die direkte Grundzulage steigt ab 150 € monatlich nicht weiter.

Übergang: Das neue Altersvorsorgedepot ist damit sowohl für Angestellte als auch für Selbstständige interessant, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Schauen wir uns deshalb die Vorteile getrennt für beide Gruppen an.

WICHTIG FÜR ALLE RIESTER-SPARER:

Das Riester-Produkt soll als solches nicht wegfallen. Das angesammelte Kapital soll, Stand März 2026, übertragbar in das neue Altersvorsorgedepot sein. Wie das in der Realität aussehen kann oder wird, bleibt abzuwarten, wir halten dich auf dem Laufenden.

Vorteile & Chancen des Altersvorsorgedepots

Zunächst die wichtigsten allgemeinen Vorteile, die für alle Sparer:innen gelten:

  • Staatlich gefördertes ETF-Sparen statt teurer Versicherungsprodukte
  • Einfache, prozentuale Förderung auf deine Einzahlungen
  • Deutlich höhere Renditechancen durch mehr Aktienanteil
  • Besserer Zugang für Geringverdiener, Familien und Selbstständige

Bei der Reform ist eine stärkere Kostenbegrenzung vorgesehen. Trotzdem solltest du später genau prüfen, welche Depotgebühren, Produktkosten und Fondskosten beim konkreten Anbieter tatsächlich anfallen.

Vorteile des Altersvorsorgedepots für Angestellte

  • Du kannst Versorgungslücken schließen, die durch das sinkende Rentenniveau und Unterbrechungen im Erwerbsleben entstehen
  • Durch planbare, monatliche Sparraten lässt sich das Altersvorsorgedepot bequem führen
  • Du bleibst flexibler als bei der betrieblichen Altersvorsorge
  • Dein Depot bleibt unabhängig vom Arbeitgeber bestehen
  • Der Zinseszinseffekt kann über Jahrzehnte optimal genutzt werden

Vorteile des Altersvorsorgedepots für Selbstständige

Für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende ist das Altersvorsorgedepot besonders relevant, weil sie bislang oft keinen einfachen Zugang zu staatlich geförderter privater Altersvorsorge hatten. Nach aktuellem Reformstand sollen auch sie die neue Förderung nutzen können.

Das ist vor allem für Selbstständige interessant, die ihre Altersvorsorge bisher über ein normales ETF-Depot, private Rentenversicherungen oder Immobilien aufgebaut haben. Das Altersvorsorgedepot kann diese Strategien ergänzen, ersetzt aber keine individuelle Ruhestandsplanung. Wichtig bleiben Liquidität, Notgroschen, schwankende Einnahmen, Steuerplanung und die Auswahl eines kostengünstigen Produkts.

Besonders wichtig ist für Selbstständige die Flexibilität. Wer schwankende Einnahmen hat, sollte prüfen, welche Sparrate dauerhaft realistisch ist und wie das Altersvorsorgedepot mit bestehenden Vorsorgebausteinen kombiniert werden kann. Dazu können ein normales ETF-Depot, private Rentenversicherungen, Immobilien oder andere Rücklagen gehören.

Statt nur auf die maximale Förderung zu schauen, sollten Selbstständige vor allem drei Punkte prüfen: Liquidität im Alltag, steuerliche Situation und langfristige Produktkosten. Denn die beste Förderung bringt wenig, wenn die Sparrate nicht zur eigenen Einkommensstruktur passt oder das Produkt später zu teuer ist.

Praxisbeispiel: So wirkt die Förderung in der Praxis

Beispiel: Eine angestellte Person ist 30 Jahre alt und zahlt bis zum Rentenbeginn mit 67 monatlich 100 € in ein Altersvorsorgedepot ein. Das entspricht 1.200 € Eigenbeitrag pro Jahr.

Nach aktuellem Fördermodell entstehen daraus:

1.200 € Eigenbeitrag pro Jahr
390 € reguläre Grundzulage pro Jahr
1.590 € jährlicher Gesamtbetrag im Altersvorsorgedepot

Die 390 € Zulage setzen sich so zusammen: Für die ersten 360 € Eigenbeitrag gibt es 180 € Zulage. Für die übrigen 840 € Eigenbeitrag gibt es 210 € Zulage.

Bei einer angenommenen Rendite von 6,3 % p.a. vor Kosten und pauschal 0,30 % Kosten p.a. ergibt sich über 37 Jahre ein mögliches Endkapital von rund 207.000 €.

Ohne Förderung wären es bei gleicher Sparrate rund 158.000 €. Das Beispiel zeigt, wie stark direkte Zulagen und lange Laufzeiten zusammenwirken können.

Wichtig: Die tatsächliche Wertentwicklung kann deutlich abweichen. Das Beispiel ist keine Prognose und keine Anlageberatung.

Auszahlung und Vererbung: Wie kommst du später an dein Geld?

Das Altersvorsorgedepot ist nicht wie ein normales ETF-Depot gedacht, aus dem du jederzeit frei Geld entnehmen kannst. Es ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt. Deshalb gelten für die spätere Auszahlung besondere Regeln.

Nach aktuellem Stand soll die Auszahlungsphase grundsätzlich zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr beginnen. Ein früherer Beginn kann nur in bestimmten Fällen möglich sein, zum Beispiel wenn bereits vor dem 65. Lebensjahr eine gesetzliche Altersrente oder eine vergleichbare Versorgung gezahlt wird. Das Bundesfinanzministerium beschreibt außerdem, dass gefördertes Altersvorsorgevermögen grundsätzlich nur unter bestimmten Bedingungen förderunschädlich vorzeitig ausgezahlt werden darf.

Welche Auszahlungsmöglichkeiten gibt es?

Zu Beginn der Auszahlungsphase sollst du grundsätzlich zwischen zwei Varianten wählen können: einer lebenslangen Leibrente oder einem befristeten Auszahlungsplan. Die Leibrente zahlt dir eine monatliche Rente bis zum Lebensende. Der Auszahlungsplan läuft über einen festen Zeitraum und muss mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr reichen. Ein längerer Auszahlungsplan ist möglich.

Eine komplette Auszahlung des gesamten Kapitals auf einmal ist nach aktuellem Reformstand nicht als reguläre förderunschädliche Standardlösung vorgesehen. Möglich sein soll aber eine einmalige Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 % des zu Beginn der Auszahlungsphase vorhandenen Kapitals. Der restliche Betrag wird dann über eine Leibrente oder einen Auszahlungsplan ausgezahlt. Wenn gefördertes Altersvorsorgevermögen außerhalb der gesetzlichen Regeln entnommen wird, kann das als schädliche Verwendung gelten. Dann müssen die darauf entfallenden Zulagen und mögliche Steuerermäßigungen zurückgezahlt werden.

Was passiert im Todesfall? Kann das Altersvorsorgedepot vererbt werden?

Grundsätzlich ist Altersvorsorgevermögen vererbbar. Dabei ist aber wichtig, welche Auszahlungsform gewählt wurde und zu welchem Zeitpunkt der Todesfall eintritt.

Bei einem befristeten Auszahlungsplan ist noch nicht ausgezahltes Vermögen vererbbar. Stirbst du also während eines laufenden Auszahlungsplans, kann das verbleibende Kapital grundsätzlich an Erben übergehen. Bei einer lebenslangen Leibrente ist das anders: Eine klassische Leibrente ist grundsätzlich nicht vererbbar, weil die Zahlungen mit dem Tod enden. Optional kann bei Leibrenten aber eine Rentengarantiezeit von zehn oder zwanzig Jahren vereinbart werden. Dann können Zahlungen innerhalb dieser Garantiezeit an Hinterbliebene weiterlaufen.

Wichtig ist außerdem: Wird Altersvorsorgevermögen vererbt, müssen die erhaltenen Zulagen und mögliche steuerliche Förderungen grundsätzlich zurückgezahlt werden. Eine wichtige Ausnahme gilt nach aktuellem Stand für Ehegatten: Das Vermögen kann im Todesfall ohne Abzüge auf einen Altersvorsorgevertrag des überlebenden Ehepartners übertragen werden.

Für die Praxis heißt das: Wer maximale Planbarkeit und lebenslange Zahlungen möchte, schaut eher auf die Leibrente. Wer mehr Flexibilität und Vererbbarkeit möchte, für den kann ein Auszahlungsplan interessanter sein. Welche Variante später sinnvoll ist, hängt von Alter, Familienstand, Steuerlast, Lebenserwartung, Sicherheitsbedürfnis und Anbieterbedingungen ab.

Risiken und Grenzen des Altersvorsorgedepots: Worauf du achten musst

Das Altersvorsorgedepot kann attraktive Chancen bieten, ist aber kein risikofreies Produkt. Weil das Geld stärker am Kapitalmarkt investiert wird, können ETFs und Fonds zwischenzeitlich deutlich schwanken. Gerade in den letzten Jahren vor der Auszahlungsphase sollte deshalb geprüft werden, ob das Risiko noch zur persönlichen Situation passt.

Auch Kosten bleiben entscheidend. Selbst kleine Unterschiede bei Produktkosten, Fondskosten oder Depotgebühren können über mehrere Jahrzehnte große Auswirkungen haben. Deshalb solltest du nicht nur auf die staatliche Förderung achten, sondern auch auf die Gesamtkosten des Produkts.

Ein weiterer Punkt ist die spätere Besteuerung. Während die Ansparphase steuerlich begünstigt sein kann, werden Leistungen in der Auszahlungsphase nachgelagert besteuert. Der Rechner zeigt deshalb bewusst Bruttowerte vor individueller Besteuerung.

Kosten als Renditekiller

Die staatliche Förderung kann nur dann wirklich wirken, wenn die Kosten des Produkts niedrig bleiben. Achte deshalb nicht nur auf die Zulagen, sondern auch auf Depotgebühren, Fondskosten und mögliche Produktkosten des Anbieters. Gerade bei langen Laufzeiten können schon kleine Kostenunterschiede einen großen Einfluss auf dein späteres Endkapital haben.

Kapitalmarktrisiko

Ein Altersvorsorgedepot investiert stärker am Kapitalmarkt als klassische Garantieprodukte. Dadurch entstehen höhere Renditechancen, aber auch Wertschwankungen. Kurzfristige Verluste sind möglich und sollten bei der Planung einkalkuliert werden. Entscheidend sind eine breite Streuung, eine lange Laufzeit und eine Anlagestruktur, die zu deiner persönlichen Risikobereitschaft passt.

Produktqualität

Nicht jedes Altersvorsorgedepot wird automatisch gut sein. Entscheidend sind transparente Kosten, eine sinnvolle ETF-Auswahl, klare Regeln für die Auszahlungsphase und möglichst wenig unnötige Komplexität.

Steuern und Auszahlungsphase

In der Ansparphase können Erträge steuerlich begünstigt sein. Dafür werden die Leistungen später in der Auszahlungsphase nachgelagert besteuert. Wie hoch die tatsächliche Steuerbelastung im Ruhestand ausfällt, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Deshalb solltest du das Altersvorsorgedepot nicht nur anhand des Brutto-Endkapitals bewerten, sondern auch die spätere Netto-Auszahlung im Blick behalten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was ist jetzt zu tun?

Auch wenn das Altersvorsorgedepot erst ab 2027 starten soll, kannst du dich schon jetzt sinnvoll vorbereiten. Wer seine Ausgangslage kennt, seine Sparrate plant und die wichtigsten Produktmerkmale versteht, kann zum Marktstart deutlich schneller entscheiden.

Finanzielle Bestandsaufnahme machen

Prüfe zuerst, welche Altersvorsorge-Bausteine du bereits hast. Dazu gehören gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Rentenversicherungen, Riester-Verträge, ETF-Depots, Immobilien oder andere Vermögenswerte.

Wichtig ist nicht nur, was du bereits besitzt, sondern auch, welche Rentenlücke voraussichtlich entsteht. Erst wenn du weißt, wie viel Kapital du im Ruhestand ungefähr brauchst, kannst du sinnvoll entscheiden, welche monatliche Sparrate für dich realistisch ist.

Wissen über ETFs und Kosten aufbauen

Das Altersvorsorgedepot soll stärker kapitalmarktorientiert funktionieren. Deshalb ist es wichtig, die Grundlagen von ETFs, Aktienmärkten, Diversifikation und langfristigen Schwankungen zu verstehen.

Besonders wichtig sind die Kosten. Schon kleine Unterschiede bei Produktkosten, Fondskosten oder Depotgebühren können über 20, 30 oder 40 Jahre große Auswirkungen auf dein Endkapital haben. Achte deshalb nicht nur auf die staatliche Förderung, sondern auch auf die Qualität und Kostenstruktur des späteren Anbieters.

Persönliches Ziel definieren

Bevor du ein Altersvorsorgedepot nutzt, solltest du dein Ziel kennen. Geht es dir vor allem darum, eine Rentenlücke zu schließen, langfristig Vermögen aufzubauen oder bestehende ETF-Strategien steuerlich gefördert zu ergänzen?

Auch deine Risikobereitschaft spielt eine wichtige Rolle. Ein ETF-basiertes Altersvorsorgedepot kann langfristig hohe Chancen bieten, schwankt aber stärker als klassische Garantieprodukte. Deine Anlagestruktur sollte deshalb zu deinem Alter, deiner Laufzeit und deinem Sicherheitsbedürfnis passen.

Förderung und Sparrate planen

Nach aktuellem Reformstand ist die volle reguläre Grundförderung bei 150 € monatlicher Einzahlung erreicht. Das entspricht 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr und führt zu maximal 540 € Grundzulage jährlich.

Wenn du kindergeldberechtigte Kinder hast, kann zusätzlich eine Kinderzulage hinzukommen. Pro Kind sind bis zu 300 € Kinderzulage pro Jahr möglich. Genau deshalb lohnt es sich, die eigene Sparrate frühzeitig zu planen und mit dem Rechner verschiedene Szenarien zu testen.

Anbieter und Marktstart beobachten

Da das Altersvorsorgedepot erst ab 2027 starten soll, werden die konkreten Anbieter, Produktdetails und Kostenmodelle erst nach und nach sichtbar. Achte beim Vergleich später besonders auf transparente Kosten, eine gute ETF-Auswahl, klare Auszahlungsregeln und verständliche Vertragsbedingungen.

Wer bestehende Riester-Verträge, private Rentenversicherungen oder ETF-Depots hat, sollte außerdem prüfen lassen, ob ein Wechsel oder eine Ergänzung sinnvoll sein kann. Nicht jedes bestehende Produkt muss automatisch ersetzt werden, aber jedes Produkt sollte in die Gesamtstrategie passen.

Frühzeitig beraten lassen

Gerade bei Altersvorsorge geht es nicht nur um die höchste Förderung, sondern um die passende Gesamtstrategie. Einkommen, Steuern, Familie, Selbstständigkeit, Immobilien, bestehende Verträge und Risikobereitschaft müssen zusammen betrachtet werden.

Wenn du wissen möchtest, wie das Altersvorsorgedepot ab 2027 in deine persönliche Vermögensplanung passen könnte, kannst du dich frühzeitig vormerken lassen. Sobald die finalen Details feststehen, lässt sich prüfen, welche Sparrate, Produktstruktur und Strategie für dich sinnvoll sind.

Fazit

Das Altersvorsorgedepot kann ab 2027 ein wichtiger neuer Baustein für die private Altersvorsorge werden. Es verbindet staatliche Förderung mit Kapitalmarktchancen und kann sowohl für Angestellte als auch für Selbstständige interessant sein.

Entscheidend ist aber nicht nur, ob das Produkt gefördert wird. Wichtig ist, ob Sparrate, Risiko, Kosten, ETF-Auswahl, Steuerwirkung und Auszahlungsphase zu deiner persönlichen Situation passen.

Wenn du frühzeitig wissen möchtest, wie das Altersvorsorgedepot in deine Vermögensplanung passen könnte, kannst du dich bei uns vormerken lassen. Sobald die finalen Details feststehen, prüfen wir mit dir, welche Strategie für dich sinnvoll ist.

Quellen und Stand der Informationen

Dieser Artikel basiert auf dem aktuellen Reformstand zur steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge. Berücksichtigt wurden insbesondere Informationen des Bundesfinanzministeriums, der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages zum geplanten Altersvorsorgedepot.

Stand der Inhalte: 24.04.2026. Die finale gesetzliche Ausgestaltung, konkrete Anbieterbedingungen und steuerliche Details können sich noch ändern.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel muss ich monatlich ins Altersvorsorgedepot einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen?

Für die volle reguläre Grundförderung brauchst du nach aktuellem Reformstand 150 € monatlich, also 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr. Dadurch erhältst du maximal 540 € Grundzulage pro Jahr. Wenn du kindergeldberechtigte Kinder hast, kann zusätzlich eine Kinderzulage von bis zu 300 € pro Kind und Jahr hinzukommen.

Ab wann lohnt sich eine höhere Einzahlung nicht mehr für die Förderung?

Für die direkte Grundzulage bringt eine höhere Einzahlung als 150 € monatlich keinen zusätzlichen Zuschuss mehr. Du kannst zwar bis zu 570 € monatlich beziehungsweise 6.840 € jährlich einzahlen, aber der zusätzliche Betrag erhöht nach aktuellem Stand nicht mehr die direkte Grundförderung. Er kann trotzdem für den langfristigen Vermögensaufbau interessant sein.

Ist es besser als ein ETF-Depot?

Das Altersvorsorgedepot und ein klassisches ETF-Depot funktionieren technisch ähnlich, da beide auf Kapitalmarktanlagen basieren. Der entscheidende Unterschied ist die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot, die zusätzliche Rendite bringen kann. Ob es tatsächlich besser ist, hängt von den konkreten Kosten, der Flexibilität und der individuellen Situation ab. In vielen Fällen kann eine Kombination aus beiden Varianten sinnvoll sein.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Selbstständige?

Ja, das Altersvorsorgedepot kann für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende besonders interessant werden, weil sie künftig ebenfalls Zugang zu staatlich geförderter kapitalmarktorientierter Altersvorsorge bekommen sollen. Dadurch entsteht eine neue Möglichkeit, Altersvorsorge mit ETFs, staatlicher Förderung und langfristigem Vermögensaufbau zu verbinden. Entscheidend bleiben aber die konkrete Produktqualität, die Kosten, die steuerliche Situation und die Frage, wie flexibel die Sparrate bei schwankendem Einkommen angepasst werden kann.

Kann ich vorher auszahlen?

Das Altersvorsorgedepot ist als langfristige Altersvorsorge gedacht und nicht als frei verfügbares ETF-Depot. Die Auszahlungsphase soll nach aktuellem Reformstand grundsätzlich zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr beginnen. Zu Beginn der Auszahlungsphase kann eine einmalige Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 % möglich sein. Wer gefördertes Altersvorsorgevermögen außerhalb der vorgesehenen Regeln entnimmt, muss damit rechnen, dass erhaltene Zulagen oder steuerliche Vorteile anteilig zurückgezahlt werden müssen.

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