Das Wichtigste aus der Folge
Riester nicht kündigen: Bei einer Kündigung werden Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert. Bestehende Riester-Verträge laufen ab 2027 mit Bestandsschutz weiter, und das Kapital kann in einen neuen Vertrag übertragen werden, ohne die Förderung zurückzuzahlen. Ende 2025 gab es laut BMAS rund 14,66 Millionen Riester-Verträge, ruhende eingerechnet.
Mehr Förderung für kleine Beiträge: Ab 2027 gibt es 50 Cent je Euro auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag und 25 Cent je Euro bis 1.800 Euro, höchstens 540 Euro im Jahr. Für die volle Grundzulage brauchst du also 150 Euro im Monat. Die volle Kinderzulage von 300 Euro gibt es schon ab 25 Euro im Monat, dazu einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
ETFs statt Garantiepflicht: Im Altersvorsorgedepot ist keine Beitragsgarantie vorgeschrieben, erlaubt sind zum Beispiel weltweite ETFs bis Risikoklasse 5 laut Basisinformationsblatt. Nach Ansicht der Hosts hat die Garantie bei Riester die Rendite gebremst. Produkte mit Garantie gibt es weiterhin, etwa als Versicherungslösung.
Kosten entscheiden über die Rendite: Jeder Anbieter muss ein Standardprodukt anbieten, dessen Kosten auf 1 Prozent gedeckelt sind. Der Deckel gilt nur für dieses Standardprodukt, nicht für alle Produkte. Die Hosts raten, vor dem 1. Januar 2027 nichts zu unterschreiben und die Angebote dann genau zu vergleichen.
Auszahlung ab 65, Auszahlplan bis 85: Ausgezahlt wird frühestens mit 65. Bis zu 30 Prozent sind auf einmal möglich, der Rest fließt als lebenslange Rente oder als Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft. Steuern fallen erst in der Auszahlphase an.
Vererben: Ehepartner ja, sonst Rückforderung: Stirbt der Sparer, kann das Kapital auf den Ehepartner übertragen werden, ohne dass die Förderung verloren geht, wenn das Paar nicht dauernd getrennt lebt. Erben andere, etwa die Kinder, werden Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert.
Kapitel
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Warum nennen die Hosts das Altersvorsorgedepot Riester 2.0?
Ab dem 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot als neue geförderte private Altersvorsorge mit ETFs und ohne Garantiepflicht, neue Riester-Verträge alter Art gibt es dann nicht mehr. Christian Wegert sieht darin einen richtigen Schritt für mehr Aktienkultur in Deutschland.
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Wie viele Riester-Verträge gibt es noch?
Im Mehr-Geld-Quiz geht es um rund 14,66 Millionen Riester-Verträge Ende 2025, ruhende eingerechnet. Dazu kommen die Fragen, welche ETFs erlaubt sind (höchstens Risikoklasse 5), ab wie viel Euro im Monat es die volle Kinderzulage gibt (25 Euro) und was die Frühstart-Rente 2027 kostet (rund 198 Millionen Euro).
- 11:28
Was ändert sich bei Förderung, Garantie und Kosten?
Der Staat zahlt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr und 25 Prozent bis 1.800 Euro, höchstens 540 Euro. Eine Beitragsgarantie ist nicht mehr vorgeschrieben, und für das Standardprodukt sind die Kosten auf 1 Prozent gedeckelt. Vor dem 1. Januar 2027 solltest du nichts unterschreiben.
- 17:49
Welche Varianten gibt es und wann wird ausgezahlt?
Es wird ein Standarddepot geben und Versicherungslösungen mit oder ohne Garantie. Ausgezahlt wird frühestens ab 65, bis zu 30 Prozent auf einmal, der Rest als lebenslange Rente oder als Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft.
- 23:05
Kann ich den Anbieter wechseln und was passiert im Todesfall?
Den Anbieter kannst du wechseln. Der bisherige Anbieter darf dafür in den ersten fünf Jahren nach Abschluss höchstens 150 Euro berechnen. Riester-Kapital lässt sich übertragen, ohne die Förderung zurückzuzahlen. Im Todesfall kann das Kapital förderunschädlich auf den Ehepartner übergehen, bei anderen Erben werden Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert.
- 34:23
Was ist die Frühstart-Rente?
Der Staat zahlt für Kinder ab sechs Jahren bis zum 18. Geburtstag 10 Euro im Monat in die Altersvorsorge, den Anfang macht der Geburtsjahrgang 2020. Ausgezahlt wird grundsätzlich nicht vor 65. Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 beschlossen.
Worum es in der Folge geht
Ab 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot, die geförderte private Altersvorsorge mit ETFs und ohne Garantiepflicht. Christian Wegert und Fabian Hafke von HH-Anlagekonzepte erklären, was sich gegenüber Riester ändert: 50 Prozent Zulage auf die ersten 360 Euro, 25 Prozent bis 1.800 Euro und 300 Euro Kinderzulage schon ab 25 Euro im Monat. Warum du deinen Riester-Vertrag jetzt nicht kündigen solltest, welche ETFs erlaubt sind und warum die Kosten über deine Rendite entscheiden. Und wo die Haken liegen: Auszahlung erst ab 65, höchstens 30 Prozent auf einmal, ein Auszahlplan mindestens bis 85 und eigene Regeln für Erben. Dazu das Mehr-Geld-Quiz mit 14,66 Millionen Riester-Verträgen und ein kurzer Blick auf die Frühstart-Rente.
Begriffe aus der Folge
Kurz erklärt in unserem Glossar, falls du tiefer einsteigen willst.
Die Folge als Video
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Fragen zur Folge
Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Neue Verträge werden ab dem 1. Januar 2027 angeboten. Das Gesetz ist im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. I 2026 Nr. 156). Vorher solltest du nichts unterschreiben.
Wer bekommt die Förderung für das Altersvorsorgedepot?
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und neu auch Selbständige, Freiberufler und Gewerbetreibende sowie Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke mit Arbeitnehmerstatus.
Wie hoch ist der Kostendeckel beim Altersvorsorgedepot?
Für das Standardprodukt, das jeder Anbieter anbieten muss, sind die Kosten auf 1 Prozent gedeckelt. Für andere Produkte gilt der Deckel nicht, dort lohnt der Kostenvergleich besonders.
Wann und wie wird das Altersvorsorgedepot ausgezahlt?
Frühestens mit 65. Bis zu 30 Prozent können auf einmal ausgezahlt werden, der Rest als lebenslange Rente oder als Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft.
Quellen und Links zur Folge
- Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge, BGBl. I 2026 Nr. 156 (29.05.2026) (öffnet in neuem Fenster)
- Bundesregierung: Fragen und Antworten, private Altersvorsorge reformiert (01.06.2026) (öffnet in neuem Fenster)
- Deutscher Bundestag: Beschluss zur Reform der privaten Altersvorsorge (Textarchiv 2026, KW 13) (öffnet in neuem Fenster)
- Bundesfinanzministerium: Fragen und Antworten zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge (öffnet in neuem Fenster)
- Deutsche Rentenversicherung: Altersvorsorge-Reformgesetz (öffnet in neuem Fenster)
- BMAS: Statistik zu Riester-Verträgen, Bestand Ende 2025 (öffnet in neuem Fenster)
- Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt die Frühstartrente (16.10.2026) (öffnet in neuem Fenster)
Stand der Angaben:
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Diese Folge dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden. HH-Anlagekonzepte vermittelt Immobilien und Finanzanlagen und verdient daran.






