Wie funktionieren Staatsanleihen?
Jede Anleihe hat einen Nennwert, einen Zinssatz (Kupon) und eine Laufzeit. Kaufst du eine zehnjährige Anleihe über 1.000 Euro mit 3 Prozent Kupon, bekommst du zehn Jahre lang 30 Euro im Jahr und am Ende 1.000 Euro zurück.
Zwischendurch werden Anleihen an der Börse gehandelt. Der Kurs kann über oder unter dem Nennwert liegen. Die Rendite, die du tatsächlich erzielst, hängt deshalb vom Kaufkurs ab, nicht nur vom Kupon.
Warum fallen Anleihekurse, wenn die Zinsen steigen?
Kommen neue Anleihen mit höherem Zins auf den Markt, sind ältere mit niedrigerem Kupon weniger wert. Ihr Kurs sinkt so weit, bis sich ihre Rendite an das neue Niveau angleicht. Je länger die Restlaufzeit, desto stärker der Effekt.
Wer eine Anleihe bis zum Ende hält, bekommt trotzdem den vollen Nennwert zurück. Kursverluste werden nur real, wenn du vorher verkaufst.
Welche Staatsanleihen gibt es in Deutschland und den USA?
- Deutschland: Bundesschatzanweisungen (2 Jahre), Bundesobligationen (5 Jahre) und Bundesanleihen (meist 10 oder 30 Jahre)
- USA: Treasury Bills (bis 1 Jahr), Treasury Notes (2 bis 10 Jahre) und Treasury Bonds (20 und 30 Jahre)
Wie kann man Staatsanleihen kaufen?
Über ein Wertpapierdepot an der Börse, wie eine Aktie. Direkt beim Bund können Privatanleger seit 2019 nicht mehr kaufen. Eine Alternative sind Anleihe-ETFs, die viele Anleihen bündeln.
Bei Anleihen in fremder Währung, etwa US-Treasuries, kommt ein Währungsrisiko hinzu: Fällt der Dollar gegenüber dem Euro, kann das die Zinsen aufzehren.
