Welche Leitzinsen gibt es bei der EZB?
Die EZB hat drei Leitzinsen. Stand 16. September 2026:
- Einlagefazilität: 2,50 Prozent. Zu diesem Satz legen Banken über Nacht Geld bei der EZB an. Er ist derzeit der wichtigste Steuerungszins.
- Hauptrefinanzierungssatz: 2,65 Prozent. Zu diesem Satz leihen sich Banken für eine Woche Geld.
- Spitzenrefinanzierungsfazilität: 2,90 Prozent. Das ist der Satz für kurzfristige Notkredite über Nacht.
Warum erhöht oder senkt die EZB den Leitzins?
Ziel der EZB ist eine Inflation von 2 Prozent auf mittlere Sicht. Steigt die Inflation deutlich darüber, erhöht sie die Leitzinsen. Kredite werden teurer, Sparen lohnt sich mehr, die Nachfrage kühlt ab. Ist die Inflation zu niedrig oder schwächelt die Wirtschaft, senkt sie die Zinsen.
2026 hat die EZB die Zinsen zweimal um je 0,25 Prozentpunkte angehoben, im Juni und im September. Über die Leitzinsen entscheidet der EZB-Rat in der Regel alle sechs Wochen.
Was bedeutet der Leitzins für Bauzinsen?
Bauzinsen hängen nicht direkt am Leitzins. Sie folgen vor allem den Renditen langlaufender Anleihen, etwa zehnjähriger Bundesanleihen und Pfandbriefe. Diese reagieren aber auf die Erwartungen, wie sich die Leitzinsen entwickeln. Steigende Leitzinsen gehen deshalb meist mit steigenden Bauzinsen einher.
Direkt spürbar ist der Leitzins bei variablen Krediten, Dispozinsen und beim Tagesgeld.
Was bedeutet ein höherer Leitzins für Anleger?
Festverzinsliche Anlagen wie Tagesgeld, Festgeld und neue Anleihen werfen mehr ab. Aktien und Immobilien stehen dadurch stärker im Wettbewerb um das Kapital. Für Immobilienkäufer wird die Finanzierung teurer, die Preise steigen dann oft langsamer. Kapitalanleger können Schuldzinsen einer vermieteten Immobilie steuerlich als Werbungskosten ansetzen.
