Kurz gesagt
Die Beitragsbemessungsgrenze ist das Bruttoeinkommen, bis zu dem Sozialabgaben anfallen. 2026 liegt sie bei 8.450 € im Monat für Renten- und Arbeitslosenversicherung und bei 5.812,50 € für Kranken- und Pflegeversicherung. Für 2027 sind 8.850 € und 6.375 € geplant; die Krankenversicherung steigt wegen einer Sonderanhebung um 300 € besonders stark. Die Versicherungspflichtgrenze für den Wechsel in die private Krankenversicherung soll auf 84.150 € im Jahr steigen. Die Werte für 2027 sind ein Entwurf, Bundesregierung und Bundesrat müssen noch zustimmen.
Die Beitragsbemessungsgrenzen entscheiden, bis zu welchem Gehalt Sozialabgaben anfallen, und die Versicherungspflichtgrenze, ob du in die private Krankenversicherung wechseln darfst. 2027 steigen beide stärker als sonst: In der Krankenversicherung um 562,50 € im Monat, weil zur normalen Anpassung eine einmalige Sonderanhebung um 300 € kommt. Hier findest du alle Werte für 2026 und 2027, einen Rechner für deine persönliche Mehrbelastung und was die neuen Grenzen für einen Wechsel in die PKV bedeuten.
Beitragsbemessungsgrenze 2026 und 2027: alle Werte auf einen Blick
| Rechengröße | 2026 pro Monat | 2026 pro Jahr | 2027 pro Monat | 2027 pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Beitragsbemessungsgrenze Renten- und Arbeitslosenversicherung | 8.450 € | 101.400 € | 8.850 € | 106.200 € |
| Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung | 10.400 € | 124.800 € | 10.900 € | 130.800 € |
| Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung | 5.812,50 € | 69.750 € | 6.375 € | 76.500 € |
| Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) | 6.450 € | 77.400 € | 7.012,50 € | 84.150 € |
| Besondere Versicherungspflichtgrenze (PKV seit 2002) | 5.812,50 € | 69.750 € | 6.075 € | 72.900 € |
| Bezugsgröße | 3.955 € | 47.460 € | 4.130 € | 49.560 € |
Stand 23.09.2026: Die Werte für 2026 gelten (Verordnung vom 24.11.2025). Die Werte für 2027 stammen aus dem Entwurf des Bundesarbeitsministeriums vom 21.09.2026. Bundesregierung und Bundesrat müssen noch zustimmen; in der Vergangenheit wurden die Entwurfswerte in aller Regel unverändert übernommen. Wir aktualisieren diese Seite, sobald die Verordnung beschlossen ist.
Rechner: Was ändert sich 2027 für dich?
Trag dein Jahresbrutto ein und wähle, ob du gesetzlich oder privat krankenversichert bist. Der Rechner zeigt dir deine Arbeitnehmeranteile 2026 und 2027 im Vergleich und prüft, ob du über der Versicherungspflichtgrenze liegst.
Ergebnis
Mehr Abzüge ab 2027
+59,34 €
pro Monat+712,12 € pro Jahr
| Pro Monat | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Kranken | 508,59 € | 557,81 € |
| Pflege | 104,63 € | 114,75 € |
| Rente | 697,50 € | 697,50 € |
| Arbeitslosen | 97,50 € | 97,50 € |
| Summe | 1.408,22 € | 1.467,56 € |
Versicherungspflichtgrenze
Du liegst über der Versicherungspflichtgrenze 2026 (77.400 €) und 2027 (84.150 €). Ein Wechsel in die private Krankenversicherung zum 1.1.2027 ist damit grundsätzlich möglich.
Kostenlos beraten lassenGrenzen 2026 laut Verordnung, 2027 laut Entwurf des BMAS vom 21.09.2026. Beitragssätze von 2026, damit nur die Grenzen wirken.
Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Betrag deines Bruttoeinkommens Sozialabgaben fällig werden. Alles, was darüber liegt, wird nicht mehr für die Berechnung von Renten-, Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung herangezogen.
Es gibt zwei Grenzen: eine für die Renten- und Arbeitslosenversicherung und eine niedrigere für die Kranken- und Pflegeversicherung. Seit 2025 gelten sie bundesweit einheitlich, die frühere Unterscheidung zwischen Ost und West in der Rentenversicherung ist entfallen. Die Grenzen werden jedes Jahr an die Lohnentwicklung angepasst; für 2027 ist das Plus von 4,38 % im Jahr 2025 maßgeblich.
Gilt die Beitragsbemessungsgrenze für brutto oder netto?
Für brutto. Maßgeblich ist dein beitragspflichtiges Bruttoentgelt, also Gehalt plus regelmäßige Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Bei einem Jahresbrutto über der Grenze zahlst du Beiträge nur bis zur Grenze, der Rest bleibt beitragsfrei.
Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung und Pflegeversicherung 2027
Die Grenze für Kranken- und Pflegeversicherung steigt 2027 von 5.812,50 € auf 6.375 € im Monat (76.500 € im Jahr). Das Plus von 562,50 € setzt sich aus der normalen Anpassung an die Löhne und einer einmaligen Sonderanhebung um 300 € im Monat zusammen. Grundlage ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das im Juli 2026 verabschiedet wurde und die Finanzlücke der Krankenkassen verkleinern soll.
| Zweig | 2026 | 2027 | Plus |
|---|---|---|---|
| Krankenversicherung (7,3 % + 1,45 %) | 508,59 € | 557,81 € | 49,22 € |
| Pflegeversicherung (1,8 %) | 104,62 € | 114,75 € | 10,13 € |
Betroffen sind alle gesetzlich Versicherten, die mehr als die bisherige Grenze verdienen. Kinderlose ab 23 zahlen in der Pflegeversicherung 0,6 Prozentpunkte mehr, Eltern ab dem zweiten Kind unter 25 entsprechend weniger.
Was gilt für freiwillig gesetzlich Versicherte?
Wer über der Versicherungspflichtgrenze verdient und trotzdem in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt, ist freiwillig versichert. Für ihn gilt dieselbe Beitragsbemessungsgrenze, er zahlt 2027 also ebenfalls auf bis zu 6.375 € im Monat. Als Arbeitnehmer bekommst du weiter den Arbeitgeberzuschuss, der mit der Grenze mitsteigt.
Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung 2027
In der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt die Grenze 2027 von 8.450 € auf 8.850 € im Monat (106.200 € im Jahr), in der knappschaftlichen Rentenversicherung auf 10.900 €. Eine eigene Grenze für Ostdeutschland gibt es seit 2025 nicht mehr.
| Zweig | 2026 | 2027 | Plus |
|---|---|---|---|
| Rentenversicherung (9,3 %) | 785,85 € | 823,05 € | 37,20 € |
| Arbeitslosenversicherung (1,3 %) | 109,85 € | 115,05 € | 5,20 € |
Der höhere Rentenbeitrag hat eine gute Seite: Wer über der alten Grenze verdient, erwirbt 2027 auch höhere Rentenansprüche. An der Lücke zwischen letztem Gehalt und gesetzlicher Rente ändert das bei hohen Einkommen aber wenig, private Vorsorge bleibt wichtig.
Versicherungspflichtgrenze 2027: Wann du in die private Krankenversicherung wechseln kannst
Die Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze, kurz JAEG) steigt 2027 auf 84.150 € im Jahr. Für den Wechsel gilt eine wichtige Regel aus § 6 Abs. 4 SGB V: Die Versicherungspflicht endet zum Jahresende nur, wenn dein Gehalt die Grenze im laufenden Jahr und die Grenze des Folgejahres übersteigt. Für einen Wechsel zum 1. Januar 2027 musst du also mehr als 77.400 € (2026) und voraussichtlich mehr als 84.150 € (2027) verdienen.
- Gesetzlich versichert, Gehalt über 84.150 €: Ein Wechsel in die PKV zum 1.1.2027 ist grundsätzlich möglich. Ob er sinnvoll ist, hängt von Alter, Gesundheit, Familienplanung und Beitragsentwicklung im Alter ab.
- Gesetzlich versichert, Gehalt zwischen 77.400 € und 84.150 €: Durch die höhere Grenze bleibst du 2027 pflichtversichert, auch wenn du 2026 darüber lagst.
- Privat versichert, Gehalt unter 84.150 €: Du würdest 2027 wieder versicherungspflichtig. Nach § 8 SGB V kannst du dich innerhalb von drei Monaten befreien lassen und in der PKV bleiben. Die Befreiung ist endgültig, überlege sie gut. Warst du schon am 31.12.2002 privat versichert, gilt für dich die besondere Grenze von 72.900 €.
Gerade hier lohnt ein Gespräch vor der Entscheidung: Ein Wechsel in die PKV lässt sich später nur schwer rückgängig machen. Wir schauen uns deine Situation im kostenlosen Erstgespräch an und zeigen dir die Unterschiede, ohne dich in eine Richtung zu drängen. Mehr zu unserer Beratung rund um Absicherung findest du auf der Seite Absicherung.
Unterschied zwischen Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze
- Beitragsbemessungsgrenze (BBG): Bis zu dieser Grenze werden Beiträge zur Sozialversicherung berechnet.
- Versicherungspflichtgrenze (JAEG): Sie entscheidet, ob du in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben musst oder dich privat versichern darfst.
Die Versicherungspflichtgrenze liegt über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung: 2027 sind es 84.150 € gegenüber 76.500 € im Jahr.
Beispiele: So wirkt die Beitragsbemessungsgrenze 2027
Alle Beispiele mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 2,9 %, einem Kind und den Beitragssätzen von 2026.
| Anna | Lukas | Nina | |
|---|---|---|---|
| Jahresbrutto | 90.000 € | 80.000 € | 130.000 € |
| Über KV-Grenze 2027 (76.500 €)? | ja | ja | ja |
| Über RV-Grenze 2027 (106.200 €)? | nein | nein | ja |
| Mehr Abzüge 2027 pro Monat | 59,34 € | 59,34 € | 101,74 € |
| Wechsel in die PKV zum 1.1.2027 | möglich | nicht möglich | möglich |
Anna verdient 90.000 € und liegt über der Grenze der Krankenversicherung. Sie zahlt 2027 rund 59 € mehr im Monat und kann in die private Krankenversicherung wechseln, wenn sie möchte. Lukas verdient 80.000 €. Auch er liegt über der Grenze der Krankenversicherung und zahlt 2027 rund 59 € mehr im Monat. Bei der Versicherungspflichtgrenze trifft ihn die Anhebung doppelt: 2026 lag er knapp darüber, 2027 liegt er darunter und bleibt damit gesetzlich pflichtversichert. Nina verdient 130.000 € und liegt über allen Grenzen. Sie zahlt Renten- und Arbeitslosenbeiträge nur auf 106.200 €, 2027 insgesamt rund 102 € mehr im Monat.
Wie hat sich die Beitragsbemessungsgrenze entwickelt?
| Jahr | Rentenversicherung West | Rentenversicherung Ost | Kranken- und Pflegeversicherung |
|---|---|---|---|
| 2027 (Entwurf) | 106.200 € | einheitlich | 76.500 € |
| 2026 | 101.400 € | einheitlich | 69.750 € |
| 2025 | 96.600 € | einheitlich | 66.150 € |
| 2024 | 90.600 € | 89.400 € | 62.100 € |
| 2023 | 87.600 € | 85.200 € | 59.850 € |
| 2022 | 84.600 € | 81.000 € | 58.050 € |
| 2021 | 85.200 € | 80.400 € | 58.050 € |
| 2020 | 82.800 € | 77.400 € | 56.250 € |
Seit 2020 ist die Grenze der Krankenversicherung um rund 36 % gestiegen, die der Rentenversicherung um rund 28 %. Wer gut verdient, zahlt also jedes Jahr etwas mehr, auch ohne Gehaltserhöhung.
Vorteile und Nachteile der Beitragsbemessungsgrenze
Vorteile
- Höheres Nettoeinkommen bei steigendem Bruttolohn oberhalb der Grenze
- Klar kalkulierbare Sozialabgaben
- Möglichkeit zum Wechsel in die private Krankenversicherung ab Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze
Nachteile
- Beitragsentlastung geht mit niedrigeren Rentenansprüchen einher, private Vorsorge wird wichtiger
- Keine progressive Beteiligung besonders hoher Einkommen an der Sozialversicherung, wobei dieser Punkt umstritten ist
- Private Krankenversicherung bedarf einer klareren Planung der Altersvorsorge, da die Beiträge im Alter höher werden können
Fazit
2027 bringt spürbare Veränderungen, vor allem für Gutverdiener und deren Arbeitgeber: Die Grenze der Krankenversicherung steigt so stark wie selten, und wer knapp über der Versicherungspflichtgrenze lag, kann plötzlich wieder darunter fallen. Höhere Grenzen bedeuten mehr Abgaben, aber auch neue Optionen wie den Wechsel in die private Krankenversicherung. Wer seine Grenzen kennt, kann seine Nettostrategie optimieren.
Du willst wissen, wie sich die neuen Grenzen konkret auf deine Finanzen auswirken, oder überlegst, in die PKV zu wechseln? Dann melde dich gern bei uns, wir zeigen dir, wie du das Beste aus deinem Einkommen machst. Das Erstgespräch ist kostenlos.
Quellen und Stand
- BMAS: Referentenentwurf zur Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2027, 21.09.2026
- Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2026, 24.11.2025
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, BGBl. I 2026 Nr. 228 vom 29.07.2026
- § 6 SGB V und § 8 SGB V (Versicherungsfreiheit und Befreiung)
- Bundesministerium für Gesundheit: Beiträge der GKV, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2026
Stand: 23.09.2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Versicherungs-, Steuer- oder Rechtsberatung.




