Was bedeutet das Vier-Augen-Prinzip?
Zwei Menschen sehen mehr als einer. Das Prinzip soll Fehler, Interessenkonflikte und Betrug verhindern, weil niemand eine wichtige Entscheidung allein und unkontrolliert treffen kann. Es gilt in vielen Bereichen, etwa bei Zahlungsfreigaben in Unternehmen, in der Verwaltung oder in der Medizin.
Warum gilt das Vier-Augen-Prinzip bei Krediten?
Banken müssen nach § 25a Kreditwesengesetz ordnungsgemäß organisiert sein. Wie das konkret aussieht, regeln die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) der BaFin. Sie verlangen eine Trennung zwischen dem Bereich, der Kredite anbahnt (Markt), und dem Bereich, der das Risiko unabhängig bewertet (Marktfolge).
Für risikorelevante Kredite braucht es zwei zustimmende Voten, eines aus jedem Bereich. Welche Kredite als risikorelevant gelten, legt jede Bank selbst fest. Immobilienfinanzierungen fallen wegen ihrer Größe meist darunter.
Was bedeutet das für deinen Immobilienkredit?
Dein Antrag wird von mindestens zwei Stellen geprüft. Das schützt auch dich vor einer Finanzierung, die du später nicht tragen kannst. Es erklärt aber, warum Entscheidungen manchmal dauern: Fehlt eine der beiden Stellen, etwa in der Urlaubszeit, bleibt der Antrag liegen.
Am meisten Zeit sparst du mit vollständigen Unterlagen. Jede Nachforderung geht erneut durch beide Hände.
Wo ist das Vier-Augen-Prinzip geregelt?
Ein allgemeines Gesetz dazu gibt es nicht. Für Banken ergibt es sich aus § 25a KWG in Verbindung mit den MaRisk, für andere Branchen aus eigenen Aufsichtsregeln, internen Richtlinien oder Satzungen.
