Was ist der Unterschied zwischen Finanzierungsbestätigung und Finanzierungszusage?
Die Begriffe werden oft verwechselt, bedeuten aber etwas anderes. Eine Finanzierungsbestätigung ist eine erste, unverbindliche Einschätzung, ob eine Finanzierung in dieser Größenordnung grundsätzlich machbar ist. Verkäufer oder Makler verlangen sie gern vor einer Besichtigung.
Die Finanzierungszusage kommt erst, wenn die Bank alle Unterlagen zu dir und zur Immobilie geprüft hat. Sie nennt Betrag, Zins, Zinsbindung und Auszahlungsvoraussetzungen und mündet in den Darlehensvertrag.
Wie lange dauert eine Finanzierungszusage?
Mit vollständigen Unterlagen sind wenige Tage bis zwei Wochen üblich. Länger dauert es, wenn Unterlagen fehlen, ein Gutachter die Immobilie bewerten muss oder die Bank Rückfragen hat.
Aus der Praxis kennen wir zwei Engpässe: den Sommer, wenn Entscheider, Gutachter und Grundbuchämter im Urlaub sind, und das Jahresende, wenn manche Banken ihre Ziele erreicht haben oder kein neues Risiko mehr in die Bilanz nehmen wollen. Plane in diesen Phasen mehr Zeit ein.
Welche Unterlagen braucht die Bank?
Je vollständiger du einreichst, desto schneller geht es. Typisch sind:
- Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate und der letzte Einkommensteuerbescheid
- Nachweis über Eigenkapital, etwa Kontoauszüge oder Depotauszüge
- Selbstauskunft mit Einnahmen, Ausgaben und bestehenden Krediten
- Exposé, Grundbuchauszug, Wohnflächenberechnung und Grundriss
- bei Eigentumswohnungen die Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlungen
- bei Selbstständigen Jahresabschlüsse und eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung
Solltest du ohne Finanzierungszusage zum Notar gehen?
Nein. Mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag verpflichtest du dich, den Kaufpreis zu zahlen. Platzt danach die Finanzierung, drohen Verzugszinsen, der Rücktritt des Verkäufers und Schadensersatz. Den Notartermin deshalb erst vereinbaren, wenn die Zusage schriftlich vorliegt.
