Wie berechnet man das KGV?
Das KGV ist der Aktienkurs geteilt durch den Gewinn je Aktie. Kostet eine Aktie 50 Euro und verdient das Unternehmen pro Aktie 5 Euro im Jahr, liegt das KGV bei 10.
Für ein ganzes Unternehmen kommt dasselbe heraus, wenn du den Börsenwert durch den Jahresgewinn teilst. Unterschieden wird zwischen dem KGV auf Basis des letzten Gewinns und dem erwarteten KGV auf Basis geschätzter Gewinne.
Was sagt das KGV aus?
Vereinfacht zeigt es, wie viele Jahre es beim heutigen Gewinn dauern würde, bis das Unternehmen seinen Kaufpreis verdient hat. Der Kehrwert ist die Gewinnrendite: Ein KGV von 10 entspricht 10 Prozent Gewinn im Verhältnis zum Kurs, ein KGV von 25 nur 4 Prozent.
Ein niedriges KGV heißt also: Du bekommst viel Gewinn für dein Geld. Ein hohes KGV heißt: Der Markt traut dem Unternehmen ein starkes Wachstum zu und zahlt dafür einen Aufschlag.
Welches KGV ist gut?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Sinnvoll ist der Vergleich mit Unternehmen derselben Branche und mit dem eigenen KGV der Vergangenheit. Wachstumsbranchen haben meist ein höheres KGV als etablierte Industrien.
Wo liegen die Grenzen des KGV?
Für sich allein sagt das KGV wenig, denn:
- Gewinne schwanken: Bei Rohstoff- und Minenunternehmen sind sie stark vom Rohstoffpreis abhängig. Ein niedriges KGV in einem guten Jahr kann täuschen, wenn die Preise wieder fallen.
- Einmaleffekte wie der Verkauf einer Sparte verzerren den Gewinn eines Jahres.
- Schreibt ein Unternehmen Verluste, ist das KGV nicht aussagekräftig.
- Schulden und Barreserven bleiben außen vor. Das KGV ist deshalb nur eine Kennzahl unter mehreren.
