Wie funktionieren Altersrückstellungen in der PKV?
Die private Krankenversicherung kalkuliert so, als bliebe dein Beitrag ein Leben lang gleich. In jungen Jahren zahlst du deshalb mehr, als du an Leistungen verursachst. Der Überschuss wird angelegt und später genutzt, wenn die Kosten im Alter steigen.
Dazu kommt der gesetzliche Beitragszuschlag von 10 Prozent, den Versicherte von 21 bis 60 zahlen. Er wird ab 65 eingesetzt, um Beitragserhöhungen zu begrenzen, und ab 80, um die Beiträge zu senken.
Warum steigen PKV-Beiträge trotzdem?
Altersrückstellungen gleichen nur den Effekt des Älterwerdens aus. Beiträge steigen trotzdem, wenn die Gesundheitskosten allgemein zunehmen, neue Behandlungen hinzukommen oder die Zinserträge auf die Rückstellungen sinken. Solche Anpassungen treffen alle Versicherten eines Tarifs.
Kann ich Altersrückstellungen mitnehmen?
- Tarifwechsel beim eigenen Versicherer: Die Rückstellungen bleiben vollständig erhalten.
- Wechsel zu einem anderen Versicherer: Bei Verträgen ab 2009 wird ein Übertragungswert in Höhe der Leistungen des Basistarifs mitgenommen, der Rest bleibt zurück. Ältere Verträge nehmen nichts mit.
- Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung: Die Rückstellungen verfallen und bleiben im Versichertenkollektiv.
Was bedeuten Altersrückstellungen für die Entscheidung GKV oder PKV?
Wer jung und gesund in die PKV geht, baut über viele Jahre Rückstellungen auf. Ein später Wechsel ist deutlich teurer, weil diese Zeit fehlt. Unbezahlbare Beiträge im Alter hatten oft mit alten Tarifen und fehlender Planung zu tun. Wer früh vorsorgt, etwa mit einem Beitragsentlastungstarif oder eigener Geldanlage, kann die Beiträge auch später tragen.
